Sepsis und ihre Komplikationen sind die häufigsten Todesursachen auf Intensivstationen (10-50% der Todesfälle). Bis zu 71% der septischen Patienten entwickeln eine irreversible akute zerebrale Dysfunktion. Sepsis-induzierte Enzephalopathie wird durch systemische Entzündung (ohne direkte Gehirn-Infektion) verursacht.

Zu den akuten klinischen Symptomen zählen Verlangsamung kognitiver Prozesse, Verwirrtheit, Delirium oder Koma. Die septische Enzephalopathie stellt ein frühes Zeichen einer Sepsis da und geht mit einer erhöhten Häufigkeit von Morbidität und Mortalität einher.

Bei der Pathogenese der septischen Enzephalopathie ist es unwahrscheinlich, dass pathogenen Toxine die Ursache sind, da Enzephalopathien in Folge einer Reihe von systemischen Entzündungsreaktionen verursacht werden können, ohne dass eine infektiöse Ätiologie vorliegt (zB akute Pankreatitis, Verbrennungen usw.).

Klinische und experimentelle Daten deuten darauf hin, dass eine Reihe von Faktoren zur Entwicklung der septischen Enzephalopathie führen kann einschließlich: der lokalen Erzeugung von pro-inflammatorischen Zytokinen, beeinträchtigte zerebrale Mikrozirkulation, Ungleichgewicht von Neurotransmittern sowie peripheres Organversagen. Hirnmorphologische, kognitive sowie biochemische Langzeitfolgen einer schweren Sepsis bilden die derzeitigen Forschungsschwerpunkte unserer klinischen Sepsisforschung.

Ausgewählte Publikationen:

Schlachetzki JC, Fiebich BL, Haake E, de Oliveira AC, Candelario-Jalil E, Heneka MT, Hüll M. Norepinephrine enhances the LPS-induced expression of COX-2 and secretion of PGE2 in primary rat microglia. J Neuroinflammation. 2010 Jan 11;7:2. PMID: 20064241

Weberpals M, Hermes M, Hermann S, Kummer MP, Terwel D, Semmler A, Berger M, Schäfers M, Heneka MT. NOS2 gene deficiency protects from sepsis-induced long-term cognitive deficits. J Neurosci. 2009 Nov 11;29(45):14177-84. PMID:19906966

Semmler A, Hermann S, Mormann F, Weberpals M, Paxian SA, Okulla T, Schäfers M, Kummer MP, Klockgether T, Heneka MT. Sepsis causes neuroinflammation and concomitant decrease of cerebral metabolism. J Neuroinflammation. 2008 Sep 15;5:38.PMID:1879339

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